Rohstoffe für Kerzen

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Kerzen Rohstoffe Übersicht | Candely Kerzenwelt

Historisch verwendete man Talg oder Tran als Brennstoff für Lampen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die heute für Kerzen relevanten Rohstoffe Bienenwachs, Paraffin und Stearin entdeckt. Jeder dieser Rohstoffe hat ihm eigene Merkmale wie Schmelzpunkt, Viskosität und Härtegrad, die sich auf das Abbrandverhalten von Kerzen auswirken. Neben dem Docht können zahlreiche Additive eingesetzt werden, um bestimmte Kerzeneigenschaften wie z.B. Duft, Struktur oder Oberfläche zu erzielen.

1Paraffin

Wichtigster Rohstoff der Kerzenherstellung ist das Paraffin. Es wurde 1830 von Karl von Reichenbach entdeckt und ist der Hauptbestandteil von Altarkerzen. Paraffin wird als Nebenprodukt bei der Schmierölherstellung gewonnen und ist geruch- und geschmacklos. Wachszieher sprechen nach Veredelung durch Reinigung, Filtration und Destillation von einem kurzen und zugfähigen Material. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 45 – 70 Grad Celsius.

2Stearin

Stearin wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen und wird bei der Kerzenherstellung überwiegend gegossen, da es sehr spröde ist. Der Schmelzpunkt liegt bei 52 – 63 Grad Celsius.

3Bienenwachs

Bienenwachs ist das Wachs der Honigbiene. Als reines Naturprodukt ist Bienenwachs der edelste und kostbarste Bestandteil von Altarkerzen.

Erste Hinweise auf Bienenzucht und Verwendung von Bienenwachs reichen zurück bis 3.600 v.Chr.

Heinrich Schliemann entdeckte bei seinen Ausgrabungen in Troja eine Gießform für das heute noch gebräuchliche Wachsschmelzverfahren. Bienenwachs hat seit ältesten Zeiten neben Honig eine überragende Bedeutung im Alltag und für kultische Zwecke. Es wurde wegen Formbarkeit und Unverwüstlichkeit geschätzt und zum Abdichten, Imprägnieren, Kleben, Mumifizieren und als Schreibhilfe verwendet.

Farblich variiert Bienenwachs von hellgelb bis grün oder honigfarben bis braun, nach der Bleiche ist es eher elfenbeinfarben. Eine maschinelle Verarbeitung ist schwierig, weil es sehr klebrig ist; der Schmelzpunkt liegt ca. 63 Grad Celsius. Neben der Kerzenfabrikation findet Bienenwachs in der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie oder als Trennmittel in der Lebensmittelindustrie Verwendung.

4Docht

Der Docht qualitativ hochwertiger Kerzen besteht aus reiner Baumwolle. Unterschiedliche Flechtverfahren und die Anzahl der Fäden sind auf jeden Kerzendurchmesser individuell abgestimmt, um einen optimalen Abbrand zu erreichen. Er wird oft als Seele der Kerze bezeichnet.

5Farben, sonstige Additive

Bei der Wachsverarbeitung wird zwischen Pigment- und Lipidfarben unterschieden. Pigmentfarben (aus farbgebenden Substanzen) werden für das farbige Übertauchen von Kerzen verwendet. Vorteil: Farbechtheit, kein verblassen. Bei durchgefärbten Kerzen können die Pigmente den Docht verstopfen und das Brennverhalten negativ beeinflussen, d.h. die Flamme wird kleiner und erlischt ggfs.

Lipidfarben (Fettfarben) hingegen beeinflussen das Brennverhalten kaum, neigen aber bei längerem Kontakt mit (Sonnen-)licht dazu, auszubleichen und sind nicht langfristig farbecht.

Sonstige (synthetische) Zusätze können bei Kerzen eingesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften in der Optik oder Haptik von Kerzen zu generieren. Denkbar sind z.B. kristalline Oberflächenstrukturen, Glanzeffekte und zahlreiche Geruchsvarianten.

6Verzierwachsplatten

Wachsornamente werden aus farbigen Verzierwachsplatten angefertigt und von Hand auf Taufkerzen oder Osterkerzen aufgelegt.