Werkzeuge in der Kerzenherstellung

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Werkzeuge zur Kerzenherstellung | Candely Kerzenwelt

Das Wachszieherhandwerk ist eines der ältesten Handwerke überhaupt. Neben dem Wissen über die verschiedenen Rohstoffe gehört der fundierte Umgang mit den traditionellen Werkzeugen zu den wichtigsten Säulen der Ausbildung innerhalb der Wachszieherinnung, um Kerzen in höchster Qualität anfertigen zu können.

1. Schieblehre

Gute Qualität braucht seine Zeit. Bis eine Kerze den richtigen Durchmesser erreicht hat, kontrollieren Wachszieher regelmäßig mit der Schieblehre.

2. Stutzbrett

Nachdem der handwarme Kerzenstrang vom Wachszieher auf das gewünschte Kerzenformat gekürzt wurde, werden Kopf und Fuß der Kerze herausgearbeitet. Dies geschieht nach alter Handwerkskunst mit dem Stutzbrett und nennt sich köpfeln.

3. Handbohrer

Fast alle Kerzen werden maschinell gebohrt bzw. direkt mit Loch für einen Kerzenleuchter gepresst. Besondere Altarkerzen oder Kerzen aus Bienenwachs erhalten das Dornloch mit einem Handbohrer. Früher ein wichtiges Werkzeug in der Wachszieherkunst, heute eher mit nostalgischem Charme.

4. Gewichte

Ein richtiges Mischungsverhältnis der einzelnen Wachskomponenten ist ausschlaggebend für die Qualität einer Kerze. Der Umgang mit Waage und Gewichten gehört daher für die wachsverarbeitende Industrie noch immer zum Grundlagenwissen ihrer Auszubildenden.

5. Wachsmesser

Messer werden in der handwerklichen Fertigung und Veredelung von Kerzen an vielen Stellen eingesetzt. So wird z.B. der Docht an Zugmaschine oder Presse damit ebenso durchgeschnitten wie ganze Kerzenstränge, die handwarm von der Maschine kommen. Wachsbildner verwenden Verziermesser, um Ornamente aus Wachs auszuschneiden und auf die Kerze zu übertragen.

6. Signierstempel

Jeder Handwerksbetrieb hat eine individuelle Nummer, die von der Wachszieherinnung an jedes Mitglied vergeben wird. Diese wird mit Hilfe des Signierstempels i.d.R. nach dem Ausgießen am Kerzenfuß in den warmen Kerzenfuß eingeprägt.

7. Spirituslämpchen

Wachsbildner verwenden häufig eine Spirituslampe, um die Oberfläche der Kerze während der Veredelung anzuwärmen oder die Arbeitsgeräte zu reinigen.

8. Zangen, Stanzwerkzeuge

Jeder Wachszieher/-bildner lernt während seiner dreijährigen Ausbildung den Umgang mit Stanzwerkzeugen aller Art, um Formen aus Wachs anzufertigen oder bestimmte Oberflächenstrukturen zu erzielen. Sogenannte Zwickzangen dienen dazu, bestimmte Muster in die erwärmte Kerzenoberfläche zu ‚zwicken‘. Hierbei veritable Ergebnisse zu erzielen ist eine der Königsdisziplinen in der Kerzenveredelung.

9. Kopf- und Fußfräse

Verschiedene Fräsen kommen zum Einsatz, um einer Kerze ihre individuelle Form zu geben.

10. Gießkelle

Traditionell wird mit einer Gießkelle eine härtere Mantelschicht um/über einen Kerzenrohling gegossen. Dies führt zu optimalen Brenneigenschaften. Leider ist dieser Veredelungsschritt sehr zeitintensiv und damit teuer und wird nur noch von wenigen Wachsverarbeitenden Betrieben so ausgeführt.

11. Farben und Lacke

Kerzen können farblich getaucht/gelackt werden oder oder zur bildlichen Ornamentik verwendet werden