Taufkerze Kreuz

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Kreuz | Candely Kerzenwelt

Das Kreuz ist das Hauptsymbol der Christen und weist unmittelbar auf ihren zentralen Glaubensinhalt hin. Es steht für die Versöhnung Gottes mit den Menschen, für die Vergebung der Sünden und die Überwindung des Todes. Es versinnbildlicht die Liebe Gottes zu den Menschen und gibt den Menschen Hoffnung auf Erlösung und die Auferstehung.

Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft (1 Kor 1,18)

Entsprechend seiner Bedeutung ist das Kreuz beziehungsweise das Kreuzzeichen ein obligatorisches Element bei der Spendung eines jeden Sakramentes. Bei der Taufzeremonie zeichnet der Priester, nach der Begrüßung der Festgemeinde, das Kreuzzeichen auf die Stirn des Täuflings. Mit dieser Geste wird das Kind in der Gemeinde der Christen willkommen geheißen und sein Leben wird unter den Schutz Gottes gestellt. Der zweite Moment bei der Tauffeier, an dem das Kreuz eine zentrale Rolle erhält, ist während der eigentlichen Taufhandlung. Während des Übergießens mit Wasser wird der Täufling mit der Gebetsformel des Kreuzes getauft.

„(Name), ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Dies gehört sowohl zu einer katholischen wie auch zu einer evangelischen Taufe.

Das Kreuzzeichen ist das kürzeste Glaubensbekenntnis getaufter Christen. Wenn Christen sich bekreuzigen, drücken sie damit ihren Willen zur Zugehörigkeit zu Jesus Christus und dem dreieinigen Gott aus. Hinsichtlich der Konfessionen gibt es jedoch Unterschiede wann sich Christen bekreuzigen. In der römisch- katholischen Kirchen ist das Kreuzzeichen beim Betreten und Verlassen der Kirche, vor Gebeten und bei allen sakramentalen Handlungen üblich. In der evangelischen Kirche dagegen ist es eher unüblich sich selbst zu bekreuzigen. In einem evangelischen Gottesdienst macht der Pfarrer das Zeichen des Kreuzes mit der Hand zur Begrüßung, wenn er verkündet, dass der Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gefeiert wird. Ebenso macht dies der Pfarrer zum Segen am Ende des Gottesdienstes und beim Abendmahl über Brot und Kelch. Das sich selbst bekreuzigen ist nicht „unevangelisch“, wie ein Blick auf Luthers kleinen Katechismus zeigt. Es hat sich aus der Tradition heraus entwickelt, es nicht zu tun. Luther empfahl für den Morgensegen:

„Des Morgens, wenn du aufstehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen“

Christusmonogramm (Chi-Rho) | Kerzenwelt
Christusmonogramm

Wider allgemeiner Erwartungen gehört das Kreuz nicht zu den ersten zeichenhaften Repräsentanzen des jungen Christentums. Erste christliche Symbole sind der Fisch, Alpha und Omega und Staurogramm so wie Christusmonogramm.

Es besteht die Vermutung, dass die frühen Christen das Kreuz zunächst als Symbol ablehnten, da es durch die Römer als grauenvolles Hinrichtungsinstrument verbreitet war. Ein Gekreuzigter starb einen furchtbar qualvollen Hungertod, verdurstete, erstickte oder brach sich das Genick. Die Römer nutzten diese Methode zur Abschreckung gegen Rebellen und als Ausdruck ihrer Macht. Trotz dieses grausamen Aspektes begannen einige Christen schon früh mit einer theologischen Heilsinterpretation des Kreuzes. Beispielsweise stellte der Apostel Paulus „Das Wort vom Kreuz“ in den Mittelpunkt seiner Theologie (1 Kor 1,18). Aber auch verschiedene Kirchenväter beschäftigten sich mit einer Kreuzestheologie. Clemens von Alexandria (gestorben 216) nahm das Kreuz explizit als Zeichen des Herrn auf und Tertullian (gestorben 230) bezeichnete die Christen als „Crucis religiosi“, als Leute der Kreuzesreligion. Es ist nachgewiesen, dass Christen seit dem 3. Jahrhundert ein mit Holzkohle markiertes Kreuzzeichen auf der Stirn trugen. Die Vermutung liegt nah, dass dies mit der Mailänder Vereinbarung von 313 zusammenhängt. Kaiser Konstantin der Große hob das Verbot des Christentums auf, wodurch die Christenverfolgung ein Ende fand. Christen konnten sich öffenltich zu ihrem Glauben bekennen. 380 erklärte Theodosius I. mit dem Edikt Cunctos populus das Christentum zur Staatsreligion im römischen Reich. Gleichzeitig schuf er die Kreuzigungsstrafe ab und das Kreuz verlor mit der Zeit seine Bedeutung als Hinrichtungsinstrument. Zum offiziellen Symbol des Christentums wurde das Kreuz allerdings erst 431 beim Konzil von Ephesus. Seit dieser Zeit hält das Kreuz die Erinnerung an das Sterben Jesu Christi hoch und lässt Christen auf die Vergebung der Sünden und die Erlösung durch Gott hoffen. Das Kreuz ist somit zum Hoffnungszeichen geworden, dass für die Versöhnung Gottes mit den Menschen steht.